Zweiter Frühling, zweite Chance: Warum Hundesenioren eine gute Wahl sind

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Ein neuer Hund? Fast jeder denkt dabei an einen süßen, quirligen Welpen. Doch gerade ältere Hunde können gegebenenfalls die bessere Wahl sein als neues Familienmitglied auf vier Pfoten.

Auf der Suche nach einem neuen Hund hat fast jeder zunächst das Bild eines verspielten und zutraulichen Welpen vor Augen. Doch nicht immer muss die Wahl eines Junghundes die richtige sein, denn für seine Erziehung braucht man Zeit und manchmal auch ein etwas stärkeres Nervenkostüm. Und ob am Ende die Vorlieben von Hund und Herrchen zusammenpassen, findet man erst allmählich heraus.

Ältere Hunde sind meist gefestigt in Charakter und Verhalten

„Gerade wer zum ersten Mal einen Hund in der Familie aufnehmen will, ist oft mit einem älteren Hund besser beraten“, sagt die Sozialpädagogin Ingrid Stephan vom Institut für soziales Lernen mit Tieren, die seit Jahrzehnten beruflich mit Familien- und Therapiebegleithunden arbeitet. „Ältere Hunde haben in der Regel schon einen gewissen Grundgehorsam und sind in ihrem Charakter, ihren Vorlieben und Verhaltensweisen bereits gefestigt.“  

Für den Hundehalter kann dies Vorteile bieten: Er weiß von Anfang an, ob der Hund lange Touren am Fahrrad braucht oder eher ein paar gemütliche Runden um den Block. Zudem ist bereits klar, ob das künftige vierbeinige Familienmitglied Ruhe oder Trubel bevorzugt, ob es schüchtern oder neugierig ist, ob es mit bereits im Haushalt lebenden Tieren wie Katzen, Kaninchen oder Vögeln zurechtkommt. Auch gesundheitliche und kognitive Einschränkungen, die mit dem Alter kommen können, sind oft bereits bekannt.

Stephan, die in der tiergestützten Intervention selbst mit älteren Hunden arbeitet, hat die Erfahrung gemacht, dass diese oft ein hohes Maß an Empathie für ihre neuen Herrchen entwickeln. „Ich beobachte, dass ältere Hunde für liebevolle Zuwendung meist deutlich dankbarer zu sein scheinen als jüngere.“ 

So finden Tierfreunde ihren neuen alten Hund

Die eigene Lebenssituation sollte bei der Suche nach einem älteren vierbeinigen Gefährten eine wichtige Rolle spielen. „Als zukünftiger Halter eines erwachsenen Hundes kann ich mich fragen: Passt er zu meinem Zeitmanagement, zu meinen Gewohnheiten – und kann ich dem Hund das bieten, was ihm Freude macht?“, sagt die Expertin. 

Wer beispielsweise nicht gern Fahrrad fährt, sollte eher Ausschau halten nach einem ruhigen Gefährten. Wer dagegen viel unterwegs ist und seinen erwachsenen Hund daran teilhaben lassen möchte, ist mit einem neugierigen, aufgeschlossenen Vierbeiner besser beraten als mit einem schüchternen Vertreter. 

Um genauer herauszufinden, ob man gut miteinander auskommt, empfiehlt Stephan, seriöse Tiervermittlungen aufzusuchen: „Häufig landen im Tierheim ältere Hunde, deren Besitzer sich getrennt haben, umgezogen oder verstorben sind. Diese Tiere sind unglaublich dankbar und genügsam, wenn sie eine neue Bezugsperson finden.“ 

Die Fachfrau rät, sich bei der Auswahl Zeit zu lassen. „Der künftige Hundehalter sollte den Gefährten seiner Wahl ein paar Mal besuchen, sich mit ihm beschäftigen und einen Spaziergang machen“, schlägt Stephan vor. Ein Gespräch mit den Tierpflegern über die Vorgeschichte des Hundes hilft ebenfalls weiter. So weiß der künftige Besitzer bereits im Vorfeld über Vorerkrankungen, etwaige Unarten oder andere Probleme, die im Laufe eines Hundelebens entstanden sind, Bescheid. 

Kleine Rituale, die schon in der Kennenlernphase eingeführt werden können, helfen dem Hund dann auch, sich schneller in seinem neuen Zuhause wohlzufühlen. 

Quellenangabe
Beitrag & Bild: IVH e.V.