27. Deutscher Tierärztetag

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Qualzuchten bei Klein- und Heimtieren, tierärztliche Bestandsbetreuung und das Berufsethos wurden in Bamberg diskutiert
Auf dem wichtigsten standespolitischen Treffen der deutschen Tierärzteschaft diskutierten an den vergangenen drei Tagen knapp 400 Tierärzte in drei Arbeitskreisen über Themen, die dem Berufsstand unter den Nägeln brennen.
Im Ergebnis der zum Teil sehr kontroversen Diskussionen in den Arbeitskreisen „Zucht und Qualzucht von Klein- und Heimtieren“, „Tierärztliche Bestandsbetreuung – Garant für Tierwohl und sichere Lebensmittel?!“ sowie „Veränderungen in der Mensch-Tier-Beziehung: Der Tierarzt im Spannungsfeld von Vernunft und Emotion“ formulierten die Teilnehmer Forderungen, die in der heutigen Hauptversammlung beschlossen wurden.

„Zucht und Qualzucht von Klein- und Heimtieren“:
Zuchtziele von Klein- und Heimtieren sind oft mit Schmerzen und Schäden verbunden. Dieses Problem besteht besonders bei Rassen, die in Mode sind wie Möpse und Französische Bulldoggen, die sehr häufig unter Atemnot leiden. Die Tierärzte haben daher eine Reihe von konkreten Forderungen an den Gesetzgeber, an Züchter, an Verbände und an ihre Kollegen in Praxis, Behörden und Forschung gerichtet, damit das Leiden der Tiere zur Befriedigung modischer Launen endlich aufhört.

„Tierärztliche Bestandsbetreuung – Garant für Tierwohl und sichere Lebensmittel?!“:
Das Dilemma zwischen Anforderungen der Nutztierhalter, medialer Öffentlichkeit und auch den eigenen Ansprüchen an die Berufsausübung wurde kontrovers diskutiert. Einig war man sich schnell, dass tierärztliche Bestandsbetreuung einen Mehrwert für Tiergesundheit, Tierschutz und gesundheitlichen Verbraucherschutz darstellt. Die Frage nach der Ausgestaltung einer solchen und wie weit die Verantwortung der Tierärzte auch im gesellschaftlichen Kontext geht, ließ sich dagegen nicht so leicht beantworten. Am Ende bekannten sich die Tierärzte eindeutig zu ihrer Verantwortung
für Tierwohl und gesundheitlichen Verbraucherschutz, stellten aber auch deutlich klar, dass Erfolg nicht garantiert werden kann.

„Veränderungen in der Mensch-Tier-Beziehung: Der Tierarzt im Spannungsfeld von Vernunft und Emotion“:
Über das Thema Veränderung der Mensch-Tier-Beziehung und ihre Bedeutung für das Spannungsfeld zwischen Emotion und Vernunft bei Tierärzten wurde intensiv diskutiert. Als Schwerpunkte stellten sich dabei der Tierschutz einerseits und der Umgang mit psychosozialen Aspekten andererseits heraus, welche beide Belastungsfelder für die Tierärztinnen und Tierärzten darstellen.
Es zeigte sich, dass sich die Tierärzte wünschen, den Tierschutz zu verbessern und für sich selbst mehr Sorge zu tragen. Der Deutsche Tierärztetag findet alle drei Jahre in jeweils einer anderen Kommune statt – in diesem Jahr tagten die Tierärzte in Bamberg. Von der Bundestierärztekammer organisiert, standen an drei Tagen fachliche und berufspolitische Themen auf dem Programm. Über die Forderungen und Beschlüsse des 27. Deutschen Tierärztetags stimmten 252 Delegierte aus den 17 Landestierärztekammern und Beobachterorganisationen ab.

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