Hunde erziehen mit Körpersprache

Posted on

Das Buch von Ramona Teschner hörte sich vom Titel gut an. Aber dann habe ich den Inhalt gelesen und kann nur sagen: Nein, diese Art des Umgangs mit dem Partner Hund geht gar nicht und passt überhaupt nicht zur
Mein Herz bellt®.

Jeder, der sich für den fairen und freundschaftlichen Umgang mit dem Hund einsetzt und auskennt weiß: Hunde empfinden nicht nur körperliche sondern auch seelische Schmerzen.
Auch wenn in diesem Buch weder Stachelwürger noch Elektroschocker zur Anwendung kommen – das Ergebnis ist das Gleiche: Dem Hund werden Schmerzen zugefügt. Seelische Schmerzen!
Er soll funktionieren, immer.
Egal, in welcher Situation, oder Stimmung (die er ja dazu auch gar nicht haben darf).
Das sinnlose Herunterbrechen auf zwei nur zwei “Gemütszustände”, dem inneren Widerstand oder der inneren Kooperation, spiegelt in keinster Weise das vielschichtige Wesen unserer Hunde wider, vielmehr zeigt es die Einstellung der Autorin zu Hunden.

Auf die Situation kommt es an
So wird bspw. ein “Gähnen” als “innerer Widerstand” interpretiert 🤨
Ein Gähnen ist in der einer Situation vielleicht ein Meideverhalten, in einer anderen tatsächlich einfach nur ein Zeichen, dass der Hund wirklich müde ist, oder aber eine Pause braucht.
Lerne deinen Hund zu lesen
Ja, es ist elementar die Körpersprache zu verstehen – und zwar die des Hundes! Hierbei darf aber unter keinen Umständen die “Gesamtsituation” außer Acht gelassen werden. Bin ich im Wald mit einem Jagdhund, habe ich vielleicht einen Angsthund, kommt “wie aus dem Nichts” ein Auto, spielen Kinder laut und rennen oder rast mal wieder an Radfahrer von hinten an uns vorbei? Jede Situation ist anders und jeder Hund reagiert “tagesformabhänigig”. Ein reines “Schwarz-Weiß” Denken bringt im Training überhaupt nichts.

Es gibt noch viele weitere Kritikpunkte an diesem Buch, so z.B. der Hinweis auf die “Bereitschaft des Hundes nachzugeben“… Eine nette Formulierung für … Ich schreib es lieber nicht.

Was für mich als Betrachter des reichlich bebilderten Buches augenscheinlich ist: Die Körpersprache der abgebildeten Hunde läßt in den meisten gezeigten Situationen auf Meideverhalten schließen.
Oftmals ist das “Wahlauge” (das Weiß im Auge) des Hunde zu sehen, die Ohren sind meist zurück gelegt und es wird gehechelt, was das Zeug hält.
Glückliche, entspannte Hunde sehen für mich definitiv anders aus.

Dieses Buch ist für mich wirklich nicht empfehlenswert 👎
Daher werde ich auch hier keineswegs die Bezugsquelle verlinken.