MHb#11

Ich freue mich sehr, dass ich gerade diese Ausgabe von Mein Herz bellt rezensieren darf, beschäftigt sie sich doch in mehreren Artikeln mit einem absoluten Herzensthema – Abschied nehmen von einer geliebten Seele.
Etwas, was uns Menschen unheimlich schwer fällt, werden wir doch dabei an unsere eigene Endlichkeit erinnert.
Die AutorInnen schreiben auf berührende Weise von ihren eigenen Erfahrungen mit dem, oft plötzlichen, Abschied von ihren Hunden, wie sie mit Verlust und Schmerz umgegangen sind, aber auch dass es wichtig ist, sich auch mit dem Tod auseinanderzusetzen. Diese Auseinandersetzung, das Bewusst werden, können einen Teil des Schreckens nehmen – auch wenn es uns immer zu früh, zu schnell erscheint, dass uns unsere vierbeinigen BegleiterInnen verlassen müssen.
Neben dieser sehr persönlichen Herangehensweise werden auch Wege beschrieben, wie der geliebte Hund nach seinem Tod wieder „nach Hause“ kommen kann. Heutzutage muss der Weg nicht mehr in die Tierkörperverwertung führen – eine Vorstellung, die vielen HundehalterInnen den Abschied noch viel schlimmer werden lässt –, sondern es gibt die Möglichkeit professionelle TierbestatterInnen zu konsultieren, die sich um eine würdevolle Bestattung und/oder Einäscherung kümmern und dadurch den zurückbleibenden Trauernden viel Leidensdruck abnehmen können.
Da ich gerade selbst Abschied nehmen musste von meinem Seelenhund ist gerade dieses Thema sehr nah bei mir – der würdevolle Abschied, in vertrauter Umgebung, im Beisein des Menschen, den der Hund begleitet hat – es gibt keinen größeren Dienst, den man einer anvertrauten Seele leisten kann. Zu wissen, dass man trotzdem nicht alleine dasteht, dass es Menschen gibt, die genau dieselben Erfahrungen und Erlebnisse machen, die den gleichen Schmerz fühlen, aber auch, dass es mittlerweile ProfessionalistInnen gibt, die uns Menschen begleiten, kann helfen. Genau diese Informationen sind in Ausgabe 11 zu finden.
Ein weiteres spannendes Thema wird gleich zu Beginn des Magazin behandelt – Mantrailing. Eine unglaublich tolle Auslastungsmöglichkeit für Hundenasen und Hundehirne. Kurz und prägnant wird beschrieben, wie Mantrailing funktioniert und warum unsere Hunde überhaupt solche Leistungen erbringen können – ein komplexes Thema ín wenigen Absätzen auf den Punkt gebracht. Gut verständlich. Eine wunderbare Einführung für all jene, die sich mit den Gedanken tragen, diese wundervolle „Sportart“ mit ihren Hunden ausprobieren zu wollen, stellt der Artikel von Claudia Stieger dar. Dass dem Artikel auch noch Material- und Literaturempfehlungen folgen, ist noch das Tüpfelchen auf dem i – so können sich interessierte umfangreicher weiter informieren und selbständig in die Mantrailing Welt eintauchen.
Auch der weitere Artikel-Mix ist sehr spannend – Trainingstipps, Entspannungstraining, medizinische Informationen und Gestaltung von Tierarztbesuchen und ganz viel wichtig – Schleckerchen-Rezepte für unsere Nasen 
Fürchten vor dem Arzt – wer kennt das nicht? Auch unsere Hunde sind nicht davor gefeit sich vor ihren ÄrztInnen zu fürchten. Meistens macht der Tierarzt ja keine wirklich angenehmen Sachen und sehr oft hat der Hund auch Schmerzen, wenn er in der Praxis vorstellig wird. Große Nähe, unangenehme Gerüche, Spritzen bekommen, festgehalten werden, … – alles Dinge, die nicht zum allgemeinen Wohlbefinden beitragen. Da man leider nicht alles von unseren Hunden fernhalten kann, ist es wichtig, dass sie lernen, dass sie sich vor TierärztInnen und ihren Untersuchungen nicht fürchten müssen. Medical Training gibt dem Hund (zumindest einen Teil) der Kontrolle mittels Kooperationssignal zurück. Neben diesem Training sollte der Hund – wie im Artikel von Ziemer und
Falke beschrieben – „seinen“ Tierarzt, seine Tierärztin auch mal ohne Behandlung kennenlernen – einfach mal Leckerlis fressen in der Praxis, dann ist die Verknüpfung mit dem weißen Kittel nicht immer nur mit möglicherweise schmerzhaften Handlungen verbunden.
Spannend für HundebsitzerInnen sind auch die Artikel zum Entsapnnungstraining und zum Entdecken der Fähigkeiten unserer Hunde – sie bieten gut nachvollziehbare Anleitungen für daheim und ermöglichen erste Schritte zu setzen und vor allem – und sehr wichtig – sie möchten HundebesitzerInnen dazu anspornen kreativ zu sein, ihre Hunde zu fördern und in deren Welt einzutauchen.
Und das nicht nur daheim oder im eigenen Garten, auch Spaziergänge können interessant gestaltet werden und so zu einem gemeinsamen Erlebnis für Mensch und Hund werden.
Diese Ausgabe von Mein Herz bellt ist eine sehr gelungene Sammlung von Wissen, persönlichen Eindrücken, Tipps und Tricks – HundebesitzerInnen finden spannende Artikel zu den verschiedensten Themen – sehr berührend, informativ und kurzweilig. Gespickt mit den großen und kleinen Dingen, die HundebesitzerInnen im Alltag begegnen, die ihnen das Zusammenlebenleben erleichtern können, Dinge, die Spaß machen, Dinge, die lehrreich sind und zum weiteren Nachdenken anregen.

 

Wir sagen: Danke schön! für diese tolle Rezension

Zur Person

Margot Wallner
tierschutzqualifizierte Hundetrainerin, Verhaltensberaterin
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